Pinterest Analytics ist eines der mächtigsten kostenlosen Tools, das du als Health- und Wellbeing-Brand nutzen kannst – und gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten. Wer seine Pinterest-Daten wirklich liest, versteht nicht nur, was funktioniert. Er versteht, wer seine Zielgruppe ist, welche Inhalte sie bewegen und wann der perfekte Moment ist, neue Inhalte auszuspielen. In diesem Guide lernst du, wie du Pinterest Analytics systematisch nutzt, um deine Reichweite strategisch zu steigern.
Was ist Pinterest Analytics – und warum ist es für Health Brands so relevant?
Pinterest Analytics ist das eingebaute Analyse-Dashboard für Pinterest Business-Konten. Es zeigt dir, wie deine Pins, Boards und dein gesamtes Profil performen – von Impressionen bis hin zu Conversion-Daten, wenn du Pinterest-Tags auf deiner Website eingebettet hast.
Für Health- und Wellbeing-Brands ist Pinterest Analytics besonders wertvoll, weil Pinterest eine suchmaschinenähnliche Plattform ist. Menschen suchen aktiv nach Lösungen – für mehr Energie, gesündere Ernährung, Stressabbau, Yoga-Routinen oder mentale Gesundheit. Das bedeutet: Deine Inhalte landen bei Menschen in einer aktiven Suchphase. Wenn du verstehst, welche Inhalte diese Menschen ansprechen, kannst du deine Content-Strategie gezielt darauf ausrichten.
Wo du Pinterest Analytics findest
Am Desktop
Melde dich in deinem Pinterest Business-Konto an. Oben links im Menü findest du den Bereich „Analytics“. Dort öffnet sich das vollständige Dashboard mit den Untermenüs Übersicht, Audience Insights, Conversion Insights und Pinterest Trends.
In der Pinterest App
Auf dem Smartphone tippst du auf dein Profilbild unten rechts, dann auf das Diagramm-Symbol oben rechts. Die mobile Ansicht zeigt dir eine vereinfachte Version deiner Analytics – ideal für den schnellen Überblick unterwegs, aber nicht für tiefe Analysen geeignet.
Die Analytics-Übersicht: Dein täglicher Kontrollpunkt
Die Übersichtsseite ist der erste Blick, den du auf dein Pinterest-Konto wirfst. Hier siehst du auf einen Blick, wie dein Konto in einem bestimmten Zeitraum performt hat. Du kannst den Zeitraum flexibel anpassen: letzte 7 Tage, letzte 30 Tage, ein benutzerdefinierter Zeitraum oder ein Vergleich zu einem früheren Zeitraum.
Filteroptionen in der Übersicht
Du kannst die Übersicht nach mehreren Kriterien filtern:
- Inhaltstyp: Alle Pins, organische Pins, bezahlte Pins (Ads)
- Gerät: Desktop, Mobile, Tablet
- Quelle: Eigene Pins, Pins von deiner Website (geteilt von anderen)
- Format: Standard-Pins, Video-Pins, Idea Pins
Gerade für Health Brands lohnt der Blick auf den Gerätefilter: Der Großteil des Pinterest-Traffics kommt über Mobile. Das beeinflusst, wie du deine Pin-Designs gestalten solltest – vertikale Formate (2:3 oder 1:2) performen besser als quadratische oder horizontale Pins.
Die wichtigsten Pinterest-Metriken erklärt
Nicht jede Zahl in deinem Dashboard ist gleich wichtig. Diese Metriken solltest du kennen und regelmäßig im Blick behalten:
| Metrik | Was sie bedeutet | Warum sie wichtig ist |
|---|---|---|
| Impressionen | Wie oft dein Pin im Feed oder in der Suche angezeigt wurde | Indikator für Reichweite und Sichtbarkeit |
| Engagements | Alle Interaktionen: Klicks, Speicherungen, Kommentare | Zeigt, wie aktiv deine Zielgruppe reagiert |
| Speicherungen (Repins) | Wie oft jemand deinen Pin auf sein Board gespeichert hat | Wichtigstes Signal für hochwertigen Content |
| Pin-Klicks | Klicks auf den Pin selbst (Öffnen des Pins) | Zeigt, ob das Bild Interesse weckt |
| Externe Klicks | Klicks, die zu deiner Website führen | Der wichtigste Traffic-Indikator |
| Engagement-Rate | Engagements ÷ Impressionen | Qualität des Contents unabhängig von Reichweite |
| Video-Views | Wie oft ein Video-Pin abgespielt wurde | Reichweite für Video-Inhalte |
Welche Metrik wirklich zählt
Impressionen sehen gut aus, sagen aber wenig über echten Erfolg aus. Externe Klicks sind für die meisten Health- und Wellbeing-Brands die wichtigste Metrik, weil sie direkt mit Website-Traffic und damit mit potenziellen Leads oder Käufern zusammenhängen. Speicherungen sind das stärkste Signal für Content-Qualität – sie zeigen, dass jemand deinen Pin so wertvoll findet, dass er ihn für später aufheben möchte.
Audience Insights: Wer ist deine Pinterest-Zielgruppe wirklich?
Audience Insights ist einer der wertvollsten Bereiche in Pinterest Analytics – und wird von den meisten Creators kaum genutzt. Hier siehst du nicht nur demographische Daten, sondern auch, welche Interessen deine Zielgruppe hat.
Was du in Audience Insights siehst
- Alter und Geschlecht deiner Audience
- Land und Sprache
- Gerätenutzung
- Interessen: Welche Kategorien sich deine Audience sonst noch ansieht
- Affinity-Kategorien: Verwandte Themen, die deine Zielgruppe interessieren
Gerade die Interessen-Daten sind Gold wert: Wenn du weißt, dass deine Wellbeing-Audience sich auch stark für „Clean Eating“, „Journaling“ oder „Morning Routines“ interessiert, kannst du gezielt Content zu diesen Themen erstellen – und deine Reichweite bei genau dieser Zielgruppe massiv ausbauen.
Gesamte Audience vs. Engaged Audience
Pinterest unterscheidet zwischen der gesamten Audience (alle, die deine Pins gesehen haben) und der Engaged Audience (alle, die aktiv mit deinen Pins interagiert haben). Für strategische Content-Entscheidungen ist die Engaged Audience relevanter – das sind die Menschen, die wirklich an deinen Inhalten interessiert sind.
Conversion Insights: Pinterest als Umsatz-Treiber messen
Conversion Insights steht dir zur Verfügung, wenn du den Pinterest-Tag (ein JavaScript-Snippet) auf deiner Website installiert hast. Damit kannst du messen, was Menschen nach einem Pinterest-Klick auf deiner Website tun.
Welche Conversions du tracken kannst
- Seitenaufrufe nach Pinterest-Klick
- Anmeldungen (z.B. Newsletter-Opt-ins)
- Käufe
- In-den-Warenkorb-Aktionen
- Benutzerdefinierte Events (z.B. Webinar-Anmeldungen)
Für Health- und Wellbeing-Coaches oder Anbieter digitaler Produkte ist besonders das Tracking von Newsletter-Anmeldungen und Kurs-Käufen interessant. So siehst du direkt, welche Pinterest-Inhalte nicht nur Traffic, sondern echte Leads oder Umsatz bringen.
Pinterest Trends: Saisonale Chancen erkennen
Pinterest Trends (trends.pinterest.com) zeigt dir, welche Suchbegriffe gerade auf Pinterest im Trend liegen – und wie sich diese Trends saisonal entwickeln. Das ist für Health Brands besonders wertvoll, weil viele Gesundheits- und Wellbeing-Themen stark saisonal sind.
Typische saisonale Muster für Health & Wellbeing:
- Januar/Februar: Detox, Vorsätze, Intervallfasten, Dry January
- März/April: Frühjahrsputz (Körper & Geist), Outdoor-Fitness
- Mai–August: Sommerfit, Urlaubs-Wellness, Leichte Ernährung
- September/Oktober: Immunsystem stärken, Herbst-Rituale, Cozy Wellness
- November/Dezember: Geschenke für Wellness-Fans, Jahresrückblick, Selbstfürsorge im Advent
Wichtig: Auf Pinterest musst du saisonale Inhalte 2–3 Monate im Voraus veröffentlichen, damit der Pinterest-Algorithmus sie rechtzeitig in der Suche ausspielt. Wer im Dezember mit Detox-Content für Januar startet, kommt zu spät.
Deine monatliche Pinterest Analytics Routine
Analytics-Daten nutzen sich nur, wenn du sie regelmäßig auswertst und daraus Entscheidungen ableitest. Diese monatliche Routine hilft dir, systematisch vorzugehen:
Woche 1 des Monats: Rückblick
- Welche 5 Pins haben die meisten externen Klicks generiert?
- Welche 5 Pins wurden am häufigsten gespeichert?
- Gibt es einen Pin, der unerwartet gut performt? Was macht ihn besonders?
- Wie hat sich die Engagement-Rate entwickelt?
Woche 2: Zielgruppen-Check
- Welche neuen Interessen zeigt die Engaged Audience?
- Gibt es demographische Verschiebungen?
- Welche Trends in Pinterest Trends passen zu meinen Themen in 2–3 Monaten?
Woche 3–4: Planung des nächsten Monats
- Mehr Content im Stil der Top-Performer erstellen
- Saisonale Pins für den übernächsten Monat vorbereiten
- A/B-Tests für Pins starten: gleicher Inhalt, unterschiedliche Designs oder Titel
Pinterest Analytics richtig interpretieren: Die häufigsten Fehler
Viele Pinterest-Nutzer machen den Fehler, Impressionen als wichtigsten Erfolgsindikator zu werten. Hohe Impressionen bei niedrigen Klicks bedeuten: Dein Pin wird gesehen, aber nicht angeklickt. Das kann an einem schwachen Bild, einem unklaren Titel oder einer irreführenden Beschreibung liegen.
Ein weiterer häufiger Fehler ist das Vergleichen mit zu kurzen Zeiträumen. Pinterest ist eine langsame Plattform – Pins brauchen oft Wochen oder Monate, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Ein Pin, der nach einer Woche kaum Klicks hat, kann nach drei Monaten ein Top-Performer sein. Schau dir deshalb immer mindestens 90-Tage-Zeiträume an, wenn du Schlüsse ziehst.
Außerdem: Vergleiche deine Pins untereinander, nicht mit anderen Accounts. Jede Nische und jede Zielgruppe verhält sich anders. Was für eine Food-Creatorin funktioniert, muss für eine Health-Coach nicht dasselbe sein.
Pinterest Analytics als Grundlage für deine Omnipräsenz-Strategie
Pinterest Analytics zeigt dir nicht nur, was auf Pinterest funktioniert – die Daten helfen dir, eine kanalübergreifende Content-Strategie zu entwickeln. Ein Pin-Thema, das besonders viele Klicks und Speicherungen generiert, ist ein starkes Signal dafür, dass dieses Thema deine Zielgruppe bewegt. Dieses Thema kannst du dann als Podcast-Episode, als Newsletter-Ausgabe, als Instagram-Carousel oder als Blogartikel weiterverarbeiten.
Das ist Content-Recycling auf intelligente Art: Du nutzt bestehende Daten, um zu entscheiden, welche Themen sich lohnen – und schaffst so mit weniger Aufwand mehr Reichweite auf mehreren Kanälen gleichzeitig.
Eine wöchentliche Kurzprüfung (5–10 Minuten) reicht für den laufenden Betrieb. Einmal im Monat solltest du eine tiefere Analyse durchführen: Top-Pins identifizieren, Audience Insights auswerten und die nächsten Wochen basierend auf den Daten planen. Täglich in die Zahlen zu schauen ist nicht sinnvoll, weil Pinterest-Daten eine gewisse Verzögerung haben und kurzfristige Schwankungen nichts über langfristige Trends aussagen.
Eine Engagement-Rate von 1–3 % gilt auf Pinterest als solide, über 3 % ist stark. Wichtig: Vergleiche deine Engagement-Rate nicht mit anderen Plattformen. Pinterest-Nutzer sind oft im Entdeckungs- und Speichermodus, nicht im unmittelbaren Interaktionsmodus. Eine hohe Speicherrate (auch ohne sofortigen Website-Klick) ist ein sehr positives Signal, weil Repins deine Reichweite organisch verlängern.
Sinkende Impressionen können mehrere Ursachen haben: seltener pinnen als üblich, saisonale Schwankungen (viele Themen haben natürliche Hochs und Tiefs), Algorithmus-Änderungen bei Pinterest oder eine veränderte Suchstrategie der Nutzer. Schau zuerst, ob du in letzter Zeit weniger Pins veröffentlicht hast. Oft ist Konsistenz der einfachste Hebel für stabile Impressionen.
Für die Basis-Analytics (Impressionen, Klicks, Speicherungen) brauchst du den Pinterest-Tag nicht. Für Conversion Insights – also zu sehen, was Nutzer nach einem Pinterest-Klick auf deiner Website tun – ist der Tag notwendig. Wenn du Pinterest nutzt, um Newsletter-Anmeldungen oder Produktkäufe zu generieren, ist der Tag ein Muss. Die Installation ist einfach und über einen WordPress-Plugin-Manager in wenigen Minuten erledigt.
Pinterest-Daten haben eine Verzögerung von bis zu 24–48 Stunden. Frisch veröffentlichte Pins tauchen also nicht sofort in deiner Analytics auf. Außerdem brauchen Pins auf Pinterest oft Wochen oder Monate, um an Fahrt zu gewinnen – besonders organische Pins ohne bezahlte Bewerbung. Bewerte den Erfolg eines Pins daher frühestens nach 30 Tagen, idealerweise nach 90 Tagen.

