Instagram kann deine Reichweite über Nacht halbieren. Dein Newsletter nicht. Die Menschen auf deiner Liste haben sich bewusst für dich entschieden, und du erreichst sie direkt im Postfach, ohne Algorithmus dazwischen. Für Yogalehrerinnen, Coaches, Ärztinnen und Health-Brands ist der Newsletter deshalb oft der Kanal, über den am Ende tatsächlich gebucht wird.
In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du deinen Newsletter mit Brevo aufsetzt: vom Konto über das Anmeldeformular und die rechtlichen Grundlagen bis zur ersten Automatisierung und zum regelmäßigen Newsletter.
Warum ein Newsletter für dein Business so wichtig ist
- Er gehört dir. Deine Kontaktliste kannst du jederzeit exportieren und mitnehmen. Ein gesperrtes Social-Media-Konto nimmt dir dagegen alles.
- Er erreicht die Menschen wirklich. Ein Post wird nur einem Teil deiner Follower angezeigt. Eine E-Mail landet im Postfach.
- Er baut Vertrauen auf. Wer regelmäßig Post von dir bekommt, kennt dich, wenn du einen neuen Kurs, einen Workshop oder ein Retreat ankündigst.
- Er verbindet deine Kanäle. Blog, Podcast, Pinterest und Instagram bringen Menschen auf deine Website. Der Newsletter hält den Kontakt, bis sie bereit sind zu buchen.
Warum Brevo?
Brevo (früher Sendinblue) ist ein E-Mail-Marketing-Tool aus Europa. Für Selbstständige und Praxen im Health-&-Wellbeing-Bereich spricht vieles dafür:
- Kostenloser Einstieg: Im kostenlosen Tarif kannst du derzeit bis zu 300 E-Mails pro Tag versenden. Die E-Mails tragen dann ein kleines Brevo-Logo. Prüf die aktuellen Bedingungen am besten direkt auf der Preisseite von Brevo.
- Abrechnung nach E-Mails, nicht nach Kontakten: Bei vielen anderen Tools steigt der Preis mit jeder neuen Abonnentin. Bei Brevo zahlst du in den bezahlten Tarifen vor allem für das Versandvolumen.
- Automatisierungen inklusive: Willkommensmails und einfache Abläufe kannst du auch im kostenlosen Tarif einrichten.
- Deutsche Oberfläche und Formulare, die sich gut auf deiner Website einbinden lassen.
Brevo ist nicht die einzige gute Wahl. Wichtiger als das Tool ist, dass du anfängst. Wenn du aber noch kein Tool hast, ist Brevo ein sehr guter Start.
Schritt 1: Konto anlegen und Grundlagen einrichten
- Konto erstellen auf brevo.com und die Angaben zu deinem Unternehmen ausfüllen.
- Absender festlegen: Name und E-Mail-Adresse, von der deine Newsletter kommen. Nimm deinen Namen, zum Beispiel „Anna von Yoga Atelier“, und eine Adresse deiner eigenen Domain statt einer Gmail-Adresse.
- Domain authentifizieren: Brevo zeigt dir unter „Absender, Domains und dedizierte IPs“ ein paar DNS-Einträge, die du bei deinem Domain-Anbieter einträgst. Das sorgt dafür, dass deine E-Mails nicht im Spam landen. Klingt technisch, dauert aber meist nur ein paar Minuten, und dein Hoster hilft dir dabei.
- Impressum im Footer: Hinterlege deine Adressdaten, sie erscheinen automatisch am Ende jeder E-Mail.
Schritt 2: Rechtliche Grundlagen in Deutschland
Bevor du die erste E-Mail verschickst, sollten diese Punkte stehen:
- Double-Opt-in: Nach der Anmeldung bekommt die Person eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst nach dem Klick ist sie auf deiner Liste. So kannst du nachweisen, dass sich wirklich die Inhaberin der Adresse angemeldet hat. Brevo bietet das direkt im Formular an.
- Einwilligungstext: Unter dem Formular steht kurz, was die Person bekommt, wie oft ungefähr und dass sie sich jederzeit abmelden kann, mit Link zur Datenschutzerklärung.
- Datenschutzerklärung: Brevo als Dienstleister erwähnen. Generatoren wie eRecht24 haben dafür passende Bausteine.
- Auftragsverarbeitungsvertrag: Den schließt du mit Brevo ab. Er ist in den Kontoeinstellungen hinterlegt.
- Abmeldelink: Ist in Brevo-Vorlagen automatisch enthalten.
Das ist keine Rechtsberatung, aber mit diesen Punkten bist du auf einem soliden Stand.
Schritt 3: Dein Freebie und das Anmeldeformular
Kaum jemand meldet sich für „meinen Newsletter“ an. Viel mehr Menschen melden sich für etwas Konkretes an, das ihnen sofort hilft, ein sogenanntes Freebie.
Freebie-Ideen für Yoga, Praxis und Health
- eine 10-Minuten-Abendroutine als Audio oder Video
- eine Atemübung für stressige Tage als PDF
- eine Checkliste für die erste Yogastunde
- ein Mini-Kurs in drei E-Mails, zum Beispiel „3 Übungen für einen entspannten Nacken“
- ein Wochenplan oder Rezeptheft
- für Arztpraxen: ein Merkblatt zur Vorbereitung auf einen Termin oder eine verständliche Erklärung zu einem häufigen Thema aus deiner Sprechstunde
Gut ist ein Freebie, wenn es ein konkretes Problem löst, in wenigen Minuten nutzbar ist und thematisch zu deinem bezahlten Angebot passt.
Das Formular einrichten
- In Brevo unter „Kontakte“ eine Liste anlegen, zum Beispiel „Newsletter“.
- Unter „Formulare“ ein Anmeldeformular erstellen: Vorname und E-Mail reichen.
- Double-Opt-in aktivieren und die Bestätigungsmail anpassen.
- Das Formular per Code oder WordPress-Plugin auf deiner Website einbinden: auf einer eigenen Freebie-Seite, im Blog und im Footer.
Mehr Anmeldungen bekommst du, wenn das Formular dort steht, wo Menschen gerade Interesse zeigen: unter passenden Blogartikeln, in Podcast-Shownotes und auf Pinterest-Pins, die auf deine Freebie-Seite verlinken.
Schritt 4: Die Willkommensserie automatisieren
Die ersten Tage nach der Anmeldung sind die Zeit mit der höchsten Aufmerksamkeit. Eine automatische Willkommensserie nutzt genau das, und sie läuft, ohne dass du etwas tun musst.
Eine bewährte Struktur
| Zeitpunkt | Inhalt | |
|---|---|---|
| 1 | sofort | Dein Freebie und ein kurzes Hallo: wer du bist, was die Person bei dir erwartet |
| 2 | nach 2 Tagen | Deine Geschichte: warum du tust, was du tust |
| 3 | nach 4 Tagen | Ein echter Tipp, der sofort hilft |
| 4 | nach 6 Tagen | Erfahrungen von Kundinnen oder ein Einblick in deinen Unterricht |
| 5 | nach 8 Tagen | Dein Angebot: Kurs, Workshop oder Kennenlerngespräch, freundlich und ohne Druck |
So legst du sie in Brevo an
- Unter „Automatisierungen“ eine neue Automatisierung erstellen und als Auslöser „Kontakt wurde zu einer Liste hinzugefügt“ wählen.
- Die erste E-Mail hinzufügen.
- Dazwischen jeweils eine Wartezeit einfügen und die nächste E-Mail anhängen.
- Testen, indem du dich selbst anmeldest, und dann aktivieren.
Fang ruhig mit zwei oder drei E-Mails an und ergänze den Rest später. Eine kurze Serie, die läuft, ist besser als eine perfekte, die nie startet.
Schritt 5: Weitere Automatisierungen, wenn du so weit bist
Wenn die Willkommensserie läuft, lohnen sich je nach Angebot diese Abläufe:
- Nach einer Buchung: Infos zum Ablauf, was mitzubringen ist, Anfahrt oder Zoom-Link, später eine Bitte um Feedback.
- Vor einem Launch: eine kurze Serie für Interessentinnen, zum Beispiel für die Warteliste deiner Ausbildung.
- Nach Interesse: Wer auf einen Link zu einem bestimmten Thema klickt, bekommt automatisch passende Inhalte. Dafür nutzt du in Brevo Listen oder Kontakt-Attribute.
Schritt 6: Der regelmäßige Newsletter
Neben den Automatisierungen schreibst du regelmäßig an deine ganze Liste. Das hält den Kontakt warm.
- Rhythmus: Alle zwei Wochen oder einmal im Monat ist für die meisten Selbstständigen gut machbar. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass du dranbleibst.
- Inhalt: Ein Thema pro Newsletter. Ein persönlicher Einstieg, ein hilfreicher Gedanke oder Tipp und ein Hinweis auf deinen neuen Blogartikel, deine Podcastfolge oder ein Angebot.
- Betreffzeile: Konkret und neugierig machend, zum Beispiel „Warum Dehnen am Abend nicht immer entspannt“ statt „Newsletter Oktober“.
- Persönlich schreiben: Schreib, als würdest du einer einzelnen Person eine E-Mail schicken. Menschen antworten auf Newsletter, wenn sie sich angesprochen fühlen.
- Ein klarer nächster Schritt: lieber ein Link als fünf.
Ein guter Trick, um nie ohne Thema dazustehen: Verknüpfe deinen Newsletter mit deinem Blog oder Podcast. Jede neue Folge und jeder neue Artikel ist ein Anlass für eine E-Mail. Wie das als Gesamtsystem aussieht, erkläre ich in Omnipräsenz Marketing.
Woran du siehst, ob dein Newsletter funktioniert
- Neue Anmeldungen pro Monat: Wächst deine Liste? Welche Seiten und Freebies bringen die meisten Anmeldungen?
- Klickrate: Wie viele klicken auf deine Links? Das ist aussagekräftiger als die Öffnungsrate, die durch Datenschutzfunktionen in E-Mail-Programmen oft ungenau ist.
- Abmeldungen: Ein paar Abmeldungen nach jedem Newsletter sind normal und sogar gut, denn es bleiben die, die wirklich interessiert sind.
- Antworten und Buchungen: Am Ende zählt, ob aus Leserinnen Kundinnen werden.
Häufige Fehler
- Kein Freebie: Ein reines „Abonniere meinen Newsletter“ bringt kaum Anmeldungen.
- Domain nicht authentifiziert: Dann landen E-Mails schneller im Spam.
- Zu lange warten: Die erste E-Mail nach der Anmeldung muss sofort kommen.
- Nur verkaufen: Wer nur schreibt, wenn es etwas zu buchen gibt, verliert Leserinnen. Gib zuerst.
- Unregelmäßig schreiben: Nach drei Monaten Funkstille erinnert sich niemand mehr, warum er sich angemeldet hat.
Fazit
Ein Newsletter ist der Kanal, der wirklich dir gehört. Mit Brevo richtest du ihn ohne großes Budget ein: Konto anlegen, Domain authentifizieren, Freebie und Formular erstellen, Willkommensserie automatisieren und dann regelmäßig schreiben. Fang klein an und bau Schritt für Schritt aus.
Du willst deinen Newsletter nicht allein aufsetzen? Im wöchentlichen Omnipräsenz Workshop richten wir solche Kanäle gemeinsam live ein. Und wenn du erst wissen willst, welcher Kanal für dich am wichtigsten ist, mach den kostenlosen Omnipräsenz Test.

Häufige Fragen
Ist Brevo wirklich kostenlos nutzbar?
Ja, Brevo bietet einen kostenlosen Plan mit bis zu 300 E-Mails pro Tag und unbegrenzten Kontakten. Das reicht für den Einstieg und die ersten Monate vollkommen aus. Wenn deine Liste wächst und du mehr Features brauchst, gibt es faire Upgrade-Optionen. Für die meisten Health & Wellbeing Brands ist der kostenlose Plan ein perfekter Startpunkt.
Wie sorge ich dafür, dass meine Brevo-Mails nicht im Spam landen?
Der wichtigste Schritt ist die technische Einrichtung: SPF und DKIM in deinen DNS-Einstellungen konfigurieren (Brevo führt dich durch den Prozess). Außerdem: Nur Personen anschreiben, die sich aktiv eingetragen haben (Double-Opt-in), eine professionelle Absenderadresse mit eigener Domain nutzen und keine übermäßige Verwendung von Spam-Wörtern wie „Gratis“, „Gewinn“ oder „Jetzt kaufen“ in der Betreffzeile.
Wie oft sollte ich als Yogalehrerin oder Coach einen Newsletter versenden?
Die ideale Frequenz ist die, die du dauerhaft einhalten kannst – und die deine Zielgruppe schätzt. Einmal pro Woche ist ideal, um präsent zu bleiben. Zweimal im Monat ist ein guter Kompromiss für alle, die mit weniger Aufwand starten. Seltener als einmal im Monat kann dazu führen, dass Abonnent:innen vergessen, wer du bist. Qualität ist wichtiger als Quantität.
Was ist der Unterschied zwischen Brevo und Mailchimp?
Beide sind solide E-Mail-Marketing-Tools. Brevo hat jedoch klare Vorteile für den deutschsprachigen Markt: vollständige DSGVO-Konformität mit EU-Servern, deutsche Bedienoberfläche, günstigere Preise bei wachsenden Listen und keine Beschränkung der Kontaktanzahl im kostenlosen Plan. Mailchimp begrenzt kostenlose Accounts auf 500 Kontakte – Brevo nicht. Für Health & Wellbeing Brands in der DACH-Region ist Brevo daher oft die bessere Wahl.
Wie baue ich schnell meine erste E-Mail-Liste auf?
Der schnellste Weg ist ein attraktives Freebie – ein kostenloser PDF-Guide, ein Workbook, eine geführte Meditation oder eine Checkliste, die ein konkretes Problem löst. Dieses Freebie bewirbst du überall: auf deiner Website (Opt-in-Formular), in deinen Social-Media-Profilen (Link in Bio), auf Pinterest (Pin mit Link zur Landingpage) und im Gespräch mit bestehenden Kund:innen. Die Liste wächst langsam am Anfang – aber stetig. Mit 100 engagierten Abonnent:innen kannst du bereits erste Buchungen erzielen.
