Pinterest Influencer werden klingt erst mal nach einem Widerspruch. Pinterest ist doch keine Plattform für Selfies und Stories? Genau das ist der Punkt. Auf Pinterest wirst du nicht über deine Person und deine Followerzahl bekannt, sondern über Inhalte, die Menschen suchen. Für Creator ist das ein Vorteil: Du kannst Reichweite aufbauen, ohne jeden Tag online zu sein, und deine Pins bringen dir noch Monate später Klicks.
In diesem Artikel zeige ich dir, was einen Pinterest Influencer ausmacht, was du für den Start brauchst, wie du ohne große Followerzahl sichtbar wirst und wie du als Creator mit Pinterest Geld verdienst.
Was ist ein Pinterest Influencer?
Ein Pinterest Influencer ist jemand, der in einem klaren Thema regelmäßig Inhalte teilt, die andere inspirieren oder ihnen weiterhelfen, und der damit beeinflusst, was seine Zielgruppe kauft, ausprobiert oder bucht. Ob du dich Influencerin, Creatorin oder einfach Expertin nennst, ist dabei zweitrangig. Auf Pinterest zählt, ob deine Inhalte gefunden und gespeichert werden.
Pinterest Influencer und Instagram Influencer: Der Unterschied
Auf Instagram hängt deine Reichweite stark an deinen Followern und daran, wie oft du postest. Ein Post ist nach ein, zwei Tagen kaum noch sichtbar. Pinterest funktioniert wie eine Suchmaschine: Menschen geben ein, was sie suchen, und bekommen passende Pins angezeigt, unabhängig davon, wem sie folgen.
Das hat drei Folgen für dich als Creator:
- Followerzahlen sind weniger wichtig. Ein Account mit wenigen hundert Followern kann Hunderttausende Impressionen im Monat haben.
- Inhalte leben länger. Ein guter Pin wird oft noch Monate nach dem Veröffentlichen gefunden.
- Pinterest bringt Klicks nach außen. Nutzerinnen klicken auf Pins, um mehr zu erfahren, auf deinen Blog, deinen Shop oder deine Angebotsseite.
Dazu kommen zwei Vorteile, die viele Creator unterschätzen: Wer auf Pinterest sucht, plant oft gerade etwas, ein Outfit, eine Reise, eine neue Routine, und ist deshalb offen für Empfehlungen und Käufe. Und du musst nicht ständig neuen Content produzieren. Ein Blogartikel, ein Reel oder ein Foto, das du schon hast, kann auf Pinterest als neuer Pin ein zweites Leben bekommen.
Voraussetzungen: Was du als Pinterest Creator brauchst
Eine klare Nische
Pinterest muss verstehen, wofür du stehst. Je klarer dein Thema, desto schneller zeigt Pinterest deine Pins bei den passenden Suchen. Gut funktionieren Themen, nach denen Menschen aktiv suchen und für die sie sich Ideen speichern: Mode, Beauty, Wohnen, Rezepte, Reisen, Fitness, Yoga, Gesundheit, Familie oder Business.
Ein Unternehmenskonto
Für alles, was über privates Pinnen hinausgeht, brauchst du ein kostenloses Unternehmenskonto. Erst damit siehst du deine Statistiken, kannst deine Website bestätigen und Kooperationen kennzeichnen. Wie du das einrichtest oder dein privates Konto umwandelst, zeige ich dir in Pinterest Unternehmenskonto erstellen.
Ein optimiertes Profil
Dein Profilname, deine Beschreibung und deine Pinnwände sagen Pinterest und deinen Besucherinnen, worum es bei dir geht. Nutze dafür die Begriffe, nach denen deine Zielgruppe sucht. Wie das konkret geht, steht in Pinterest Profil optimieren.
Dazu gehören ein klares Profilbild, auf dem man dich oder dein Logo erkennt, und eine bestätigte Website. Mit der Bestätigung zeigt Pinterest deinen Namen bei allen Pins an, die auf deine Seite führen. Für den Start reichen fünf bis zehn Pinnwände zu deinen Kernthemen.
Pins, die auffallen und gefunden werden
Pinterest ist visuell. Deine Pins brauchen das Hochformat (2:3), eine klare Aussage und einen Titel und eine Beschreibung mit passenden Suchbegriffen. Du brauchst dafür kein Grafikstudium, Canva reicht völlig. Meine Tipps dazu findest du in Pinterest Pins gestalten, und wie du Video Pins erstellst, in Canva Video Pins erstellen.
Geduld und einen festen Rhythmus
Pinterest ist kein Sprint. Erste spürbare Ergebnisse siehst du meist nach drei bis sechs Monaten regelmäßigen Pinnens. Wichtiger als viele Pins auf einmal ist ein fester Rhythmus, zum Beispiel einige neue Pins pro Woche, die du vorplanst.
Pinterest Influencer werden: In 5 Schritten zu mehr Reichweite
Schritt 1: Recherchiere, wonach deine Zielgruppe sucht
Tipp ein Stichwort aus deinem Thema in die Pinterest-Suche. Die Vorschläge, die erscheinen, sind echte Suchanfragen. Notier dir die Begriffe, die zu deinen Inhalten passen. Sie gehören in deine Pin-Titel, Beschreibungen und Pinnwandnamen.
Schritt 2: Leg Pinnwände für deine Kernthemen an
Statt vieler kleiner Pinnwände lieber wenige, klar benannte, zum Beispiel „Herbst Outfits für den Alltag“ statt „Lieblingsstücke“. Jede Pinnwand bekommt eine kurze Beschreibung mit deinen Suchbegriffen.
Schritt 3: Starte als Kuratorin, werde zur Creatorin
Der leichteste Einstieg ist, zuerst gute Inhalte aus deinem Thema zu sammeln und in deinen Pinnwänden zu ordnen. So versteht Pinterest schnell, wofür dein Account steht. Sichtbar wirst du dann aber mit eigenen Pins, die auf deine eigenen Inhalte führen: einen Blogartikel, eine Produktseite, deinen Podcast oder dein Angebot. Aus einem Inhalt kannst du mehrere Pins mit unterschiedlichen Bildern und Titeln machen.
Bei den Formaten reichen für den Anfang zwei: klassische Bild-Pins im Hochformat und Video Pins. Die früheren Idea Pins gibt es nicht mehr als eigenes Format, sie wurden in normale Pins überführt.
Schritt 4: Verbinde Pinterest mit deinen anderen Kanälen
Wenn du schon auf Instagram Content produzierst, nutz ihn doppelt. Wie du Pinterest und Instagram sinnvoll verknüpfst, erkläre ich in Pinterest und Instagram verknüpfen. Wie du Instagram-Inhalte für Pinterest aufbereitest, zeige ich dir in Instagram Content auf Pinterest recyceln.
Schritt 5: Schau regelmäßig in deine Statistiken
Welche Pins werden gespeichert, welche geklickt? Mach mehr von dem, was funktioniert. Mehr dazu, wie du deine Reichweite gezielt steigerst, liest du in Pinterest Reichweite erhöhen, und wie du Follower gewinnst, in Pinterest Follower gewinnen.
Pinterest für Fashion- und Lifestyle-Creator
Mode, Beauty und Wohnen gehören zu den Themen, in denen auf Pinterest besonders viel gesucht und gespeichert wird. Für Fashion-Creator gilt deshalb: Denk in Suchanfragen statt in Looks. „Outfit Ideen für den Herbst“ oder „Capsule Wardrobe Basics“ werden gesucht, ein Pin mit dem Titel „Mein Look heute“ nicht. Kombiniere deine Outfits mit konkreten Anlässen, Jahreszeiten und Stilrichtungen, und verlinke, wo es passt, auf deinen Blog oder einen Shop.
Plane saisonale Inhalte früh. Viele Nutzerinnen suchen schon sechs bis acht Wochen vor Herbst, Weihnachten oder Urlaubszeit nach Ideen. Wenn deine Herbst-Outfits erst im Oktober online gehen, bist du zu spät. Und verlinke deine Outfit-Pins direkt auf deinen Blog oder die Produkte, am besten mit Affiliate-Links, damit aus Inspiration Klicks werden.
Pinterest für Yoga- und Health-Creator
Auch Yogalehrerinnen, Coaches und Health-Expertinnen können auf Pinterest Creator sein, nur eben mit Wissen statt Outfits. Übungsabfolgen, Rezepte, Routinen oder Tipps für mehr Entspannung werden auf Pinterest gesucht und gespeichert. Der große Vorteil: Deine Pins führen direkt auf deine Website, zu deinem Kurs oder deinem Newsletter, und arbeiten dort weiter, während du unterrichtest. Wie das mit anderen Kanälen zusammenspielt, erkläre ich im Artikel Omnipräsenz Marketing.
Wie du als Pinterest Influencer Geld verdienst
Pinterest selbst zahlt dir in Deutschland nichts für deine Reichweite. Geld verdienst du über das, wohin deine Pins führen:
- Kooperationen mit Marken: Unternehmen bezahlen dich dafür, ihre Produkte in deinen Pins zu zeigen. Wie das als bezahlte Partnerschaft auf Pinterest funktioniert, zeige ich dir in Sponsored Pins auf Pinterest.
- Affiliate-Links: Du verlinkst Produkte und bekommst eine Provision, wenn jemand darüber kauft.
- Eigene Produkte und Angebote: Kurse, E-Books, Coachings oder Workshops, auf die deine Pins verlinken.
- Traffic auf deinen Blog: Mehr Besucherinnen bedeuten mehr Newsletter-Anmeldungen und mehr Kundinnen.
Einen ausführlichen Überblick findest du in Mit Pinterest Geld verdienen.
Wichtig: Bezahlte Kooperationen und Affiliate-Links musst du als Werbung kennzeichnen, auch auf Pinterest. Pinterest bietet dafür im Unternehmenskonto eine eigene Kennzeichnung als bezahlte Partnerschaft an.
Wann bist du ein Pinterest Influencer?
Eine offizielle Grenze gibt es nicht. Für Marken sind oft nicht deine Follower entscheidend, sondern deine monatlichen Impressionen, deine Klicks und wie klar deine Nische ist. Viele Unternehmen arbeiten gern mit kleineren Creatorinnen, weil deren Zielgruppe genau passt. Wenn deine Pins regelmäßig gespeichert und geklickt werden und du in deinem Thema erkennbar bist, kannst du auf Marken zugehen.
Fazit
Pinterest Influencer wirst du nicht über Followerzahlen, sondern über Inhalte, die gesucht werden. Wenn du eine klare Nische, ein optimiertes Profil und einen festen Pin-Rhythmus hast, baust du dir Reichweite auf, die nicht nach einem Tag verpufft. Und die bringt dir genau die Menschen, die sich für dein Thema interessieren.
Du willst mit Pinterest starten und dabei nicht alles allein herausfinden? In meinem Onlinekurs Start Pinning baust du deinen Account Schritt für Schritt auf. Und mit der kostenlosen Pinterest Starter Checkliste hast du alle Grundlagen auf einen Blick.

Häufige Fragen
Wie viele Follower brauche ich, um Pinterest Influencer zu werden?
Es gibt keine feste Follower-Grenze. Da Pinterest eine Suchmaschine ist, zählen Reichweite und Engagement mehr als Follower-Zahlen. Viele Brands arbeiten bereits mit Accounts mit wenigen tausend monatlichen Impressionen zusammen, wenn die Nische klar ist und der Content hochwertig.
Wie lange dauert es, als Pinterest Influencer bekannt zu werden?
Mit konsistenter Strategie sind erste messbare Ergebnisse nach 3–6 Monaten sichtbar und du kannst Pinterest Influencer werden. Nennenswerte Reichweite und erste Kooperationsanfragen kommen meist nach 6–12 Monaten. Pinterest ist eine Langzeitstrategie, die sich durch nachhaltiges Wachstum auszeichnet.
In welchen Nischen kann man auf Pinterest Influencer werden?
Die stärksten Nischen auf Pinterest sind: Gesundheit und Wellness, Ernährung und Rezepte, Mode und Beauty, Inneneinrichtung, Reisen, persönliche Entwicklung, Business und Marketing sowie Elternschaft und Familie. Entscheidend ist, dass du echte Expertise in deiner Nische hast.
Kann man als Pinterest Influencer ohne Blog erfolgreich sein?
Ja – aber mit Blog geht es deutlich effektiver. Pins mit Links zu Blog-Posts generieren mehr Traffic und bieten Brands mehr Kooperationsmöglichkeiten. Ohne Blog kannst du auf deine Website, einen Shop oder dein Instagram-Profil verlinken – aber ein Blog verstärkt deine Pinterest-Wirkung erheblich.
Welche Tools brauche ich, um Pinterest Influencer zu werden?
Die wichtigsten Tools sind: Canva für Pin-Design, Pinterest Business Account für Analytics, Tailwind für Vorplanung und Batch-Pinning, und ein Keyword-Recherche-Tool (Pinterest-Suchleiste reicht für den Anfang). Diese Grundausstattung ist kostenlos oder sehr günstig verfügbar. (Weiterführend: Pinterest for Business)
