Pinterest oder Instagram? Für die meisten Selbstständigen ist das die falsche Frage. Beide Plattformen funktionieren völlig unterschiedlich, und genau deshalb ergänzen sie sich so gut. Instagram schafft Nähe, Pinterest bringt dir über Monate Besucherinnen auf deine Website. Und den Content, den du für Instagram ohnehin erstellst, kannst du für Pinterest ein zweites Mal nutzen.

In diesem Artikel zeige ich dir die wichtigsten Unterschiede, wie du Pinterest und Instagram technisch verknüpfst, wie du Instagram-Content und Reels für Pinterest aufbereitest, was dabei mit TikTok-Videos gilt und welche Fehler du vermeiden solltest.

Pinterest und Instagram: Die wichtigsten Unterschiede

Auf den ersten Blick sind beide visuelle Plattformen. In Wirklichkeit funktionieren sie grundverschieden.

InstagramPinterest
Wie Inhalte gefunden werdenüber den Feed, Follower und den Algorithmusüber die Suche, wie bei Google
Wie lange ein Beitrag sichtbar istmeist ein bis zwei Tageoft viele Monate
Rolle von Followernsehr großeher klein
Klicks auf deine Websitewenige, nur über Bio-Link und Storiesein Kernziel: jeder Pin kann auf deine Website verlinken
Was Nutzerinnen suchenUnterhaltung, Nähe, AustauschIdeen, Lösungen, Planung
Aufwandhoch, weil regelmäßig neuer Content nötig istgeringer, weil Pins lange wirken und sich vorplanen lassen

Was Instagram besser kann

Instagram ist stark, wenn es um Beziehung geht. Deine Community sieht dich, hört dich in Stories, schreibt dir Nachrichten. Für Vertrauen und Nähe ist Instagram kaum zu schlagen, gerade bei Angeboten, bei denen die Person zählt, wie Yogakurse, Coaching oder Retreats.

Was Pinterest besser kann

Pinterest ist stark, wenn es um Gefundenwerden geht. Menschen suchen dort gezielt nach Lösungen, zum Beispiel „Yoga bei Rückenschmerzen“ oder „Abendroutine zum Abschalten“, und landen über deinen Pin auf deiner Website. Ein guter Pin arbeitet dabei Monate für dich, auch wenn du gerade keine Zeit für Content hast.

Pinterest oder Instagram: Was passt zu dir?

Wenn du nur Zeit für eine Plattform hast:

  • Nimm Instagram, wenn deine Kundinnen vor allem aus deiner Region kommen, du gern zeigst, wer du bist, und Nähe dein wichtigstes Verkaufsargument ist.
  • Nimm Pinterest, wenn du Inhalte auf deiner Website hast (Blog, Podcast, Onlinekurse), deine Kundinnen auch überregional sein können und du nicht täglich posten willst.

Für die meisten Selbstständigen in Health & Wellbeing ist die beste Antwort aber: beide, mit unterschiedlichen Aufgaben. Instagram für Nähe, Pinterest für Reichweite und Website-Besucherinnen. Mit welchen zwei Kanälen du persönlich am besten startest, zeigt dir mein Omnipräsenz Test. Warum ich davon abrate, sich nur auf Instagram zu verlassen, erkläre ich in Instagram reicht nicht.

Pinterest und Instagram technisch verknüpfen

Instagram in deinem Pinterest-Konto beanspruchen

Mit einem Pinterest-Unternehmenskonto kannst du dein Instagram-Konto „beanspruchen“, also mit Pinterest verbinden:

  1. Öffne in Pinterest die Einstellungen.
  2. Geh auf Beanspruchte Konten.
  3. Wähle Instagram und melde dich mit deinem Instagram-Konto an.

Danach erkennt Pinterest, dass Inhalte von deinem Instagram-Konto zu dir gehören. Je nach Land bietet Pinterest dort auch an, Instagram-Beiträge automatisch als Pins zu übernehmen. Ob das bei dir verfügbar ist, siehst du in diesem Menü. Ich empfehle trotzdem, die wichtigsten Inhalte bewusst als eigene Pins zu erstellen, mit Suchbegriffen und Link auf deine Website, statt alles automatisch durchlaufen zu lassen.

Du hast noch kein Unternehmenskonto? Wie du eins erstellst, zeige ich dir in Pinterest Business Account erstellen.

Pinterest auf Instagram verlinken

Andersherum verlinkst du dein Pinterest-Profil auf Instagram:

  • Im Profil: Instagram erlaubt mehrere Links in der Bio. Füge deinen Pinterest-Link hinzu oder, noch besser, einen Link auf eine Seite deiner Website, auf der alle deine Kanäle zu finden sind.
  • In Stories: Mit dem Link-Sticker kannst du auf einzelne Pinnwände verweisen, zum Beispiel „Alle meine Rücken-Übungen findest du gesammelt auf Pinterest“.

Die Bio-Link-Strategie

Ein häufiger Fehler: Pins auf das eigene Instagram-Profil zu verlinken. Damit schickst du Menschen von einer Plattform, die Klicks liefert, auf eine Plattform, die Klicks festhält. Verlinke deine Pins immer auf deine Website. Von dort aus können Besucherinnen dir auf Instagram folgen, sich für den Newsletter anmelden oder direkt buchen.

Instagram-Content auf Pinterest recyceln

Du musst für Pinterest nicht alles neu produzieren. Viele Inhalte, die du für Instagram erstellst, funktionieren auf Pinterest genauso gut, wenn du sie richtig anpasst.

Was sich gut für Pinterest eignet

  • Karussells mit Tipps oder Anleitungen: zum Beispiel als einzelne Pins oder als Grafik mit den wichtigsten Punkten.
  • Reels mit Übungen, Rezepten oder Anleitungen: als Video Pins.
  • Schöne, ruhige Fotos: von Übungen, deinem Studio, Retreat-Orten oder Gerichten.
  • Zitate und Checklisten, wenn sie einen konkreten Nutzen haben.

Was sich weniger eignet

  • Persönliche Alltags-Updates und Selfies: Danach sucht auf Pinterest niemand.
  • Aktionen mit Ablaufdatum: „Nur heute 20 % Rabatt“ ist auf Pinterest in drei Monaten noch sichtbar und dann falsch.
  • Inhalte ohne Bezug zu deiner Website: Wenn du nirgends sinnvoll hin verlinken kannst, verpufft der Pin.

So passt du Instagram-Content für Pinterest an

  1. Format ändern: Pinterest bevorzugt Hochformat im Verhältnis 2:3 (zum Beispiel 1000 × 1500 Pixel). Quadratische Instagram-Bilder wirken im Pinterest-Feed klein. In Canva kannst du deine Designs schnell anpassen.
  2. Text auf dem Bild: Ein kurzer, klarer Titel auf dem Pin hilft, gerade bei Tipps und Anleitungen.
  3. Suchbegriffe ergänzen: Hashtags spielen auf Pinterest kaum eine Rolle. Schreib stattdessen einen Titel und eine Beschreibung mit den Begriffen, nach denen deine Zielgruppe sucht.
  4. Auf die Website verlinken: jeder Pin auf eine passende Seite, zum Beispiel den Blogartikel zum Thema oder deine Angebotsseite.

Wie du Pins gestaltest, die auffallen, zeige ich dir in Pinterest Pins gestalten.

Reels und TikTok-Videos auf Pinterest nutzen

Kurze Videos funktionieren auch auf Pinterest, als Video Pins. Wenn du Reels oder TikToks produzierst, kannst du sie ein zweites Mal nutzen.

Was du dabei beachten solltest

  • Ohne Wasserzeichen hochladen: Videos mit TikTok- oder Instagram-Logo wirken auf Pinterest wie Fremdinhalte. Lade am besten die Originaldatei hoch, die du vor dem Posten gespeichert hast, zum Beispiel aus CapCut oder Canva.
  • Hochformat passt: Das 9:16-Format aus Reels und TikTok funktioniert auch für Video Pins.
  • Die ersten Sekunden zählen: Auf Pinterest laufen Videos oft ohne Ton. Ein Text im Bild, der sofort sagt, worum es geht, hilft.
  • Titel und Beschreibung mit Suchbegriffen: Wie bei jedem Pin ist das entscheidend dafür, ob er gefunden wird.
  • Link zur Website: Auch Video Pins können auf deine Seite verlinken.

Wie du Video Pins direkt in Canva erstellst, zeige ich dir in Canva Video Pins erstellen.

Pinterest und TikTok: Der Unterschied

TikTok ist noch schneller als Instagram: Videos werden über den Algorithmus an viele Menschen ausgespielt, verschwinden aber auch schnell wieder. Pinterest ist das Gegenteil, langsamer im Start, dafür langlebig. Wenn du auf TikTok aktiv bist, ist Pinterest deshalb die ideale Ergänzung: Deine besten Videos bekommen dort ein zweites, längeres Leben.

Darf ich Bilder von Pinterest auf Instagram posten?

Diese Frage kommt oft, und die Antwort ist: in der Regel nein, jedenfalls nicht einfach so. Bilder auf Pinterest gehören den Menschen, die sie erstellt haben. Dass ein Bild auf Pinterest gemerkt werden kann, heißt nicht, dass du es auf Instagram als eigenes posten darfst. Nutze auf Instagram eigene Fotos, lizenzierte Bilder oder frag die Urheberin um Erlaubnis und nenne sie. Das ist keine Rechtsberatung, aber eine gute Faustregel.

Andersherum gilt dasselbe: Pinne nur Inhalte, die dir gehören, oder merke die Pins anderer auf Pinterest selbst, dann bleibt der Link zur Urheberin erhalten.

Ein einfaches System für beide Plattformen

Damit beides nicht doppelt Arbeit macht, hilft eine feste Routine:

  1. Ein Thema pro Woche: zum Beispiel „Yoga für den Rücken“.
  2. Ein Hauptinhalt: ein Blogartikel, eine Podcastfolge oder ein Newsletter zu diesem Thema.
  3. Für Instagram: ein Karussell oder Reel zum Thema, Stories mit persönlichem Blick.
  4. Für Pinterest: zwei bis drei Pins, die auf den Hauptinhalt verlinken, plus das Reel als Video Pin.
  5. Vorplanen: Pins einmal im Monat für die nächsten Wochen einplanen.

So entsteht aus einem Thema Content für beide Plattformen, und alles führt am Ende auf deine Website. Genau dieses Zusammenspiel nenne ich Omnipräsenz. Mehr dazu in Omnipräsenz Marketing.

Typische Fehler beim Verknüpfen von Pinterest und Instagram

  • Pins auf das Instagram-Profil verlinken statt auf deine Website.
  • Quadratische Bilder unverändert übernehmen: Sie gehen im Pinterest-Feed unter.
  • Hashtags statt Suchbegriffe: Auf Pinterest zählen Titel und Beschreibung.
  • Alles automatisch übernehmen: Automatisch gepostete Instagram-Beiträge haben selten gute Titel, Beschreibungen und Links.
  • Instagram-Logik auf Pinterest übertragen: Persönliche Updates und tägliches Posten bringen auf Pinterest wenig. Hier zählen hilfreiche Inhalte und ein ruhiger, regelmäßiger Rhythmus.

Woran du merkst, dass es funktioniert

  • In Pinterest: steigende ausgehende Klicks in deinen Statistiken.
  • Auf deiner Website: mehr Besucherinnen von Pinterest, zu sehen in Google Analytics oder deinem Statistik-Tool.
  • Auf Instagram: neue Follower, die schreiben, dass sie dich über Pinterest oder deinen Blog gefunden haben.

Schau einmal im Monat auf diese Zahlen und mach mehr von den Themen, die auf beiden Plattformen gut ankommen. Mehr dazu, wie du deine Pinterest-Reichweite gezielt steigerst, liest du in Pinterest Reichweite erhöhen.

Fazit

Pinterest und Instagram sind kein Entweder-oder. Instagram schafft Nähe, Pinterest bringt dir dauerhaft Besucherinnen auf deine Website, und mit einem einfachen System nutzt du deinen Content für beide. Verknüpfe deine Konten, bereite Karussells und Reels für Pinterest auf und verlinke jeden Pin auf deine Website. So arbeitet dein Instagram-Content doppelt für dich.

Du willst Pinterest neben Instagram aufbauen, ohne dass es zu viel wird? In meinem Onlinekurs Start Pinning richtest du alles Schritt für Schritt ein. Und mit der kostenlosen Pinterest Starter Checkliste hast du alle Grundlagen auf einen Blick.

Pinterest

Häufige Fragen

Kann ich TikTok-Videos auf Pinterest teilen?

Ja. Auch hier gilt: ohne Wasserzeichen, mit Suchbegriffen und Link. Das Hochformat aus TikTok passt auch für Pinterest.

Wie verknüpfe ich Pinterest und Instagram?

In deinem Pinterest-Unternehmenskonto gehst du in den Einstellungen auf „Beanspruchte Konten“ und verbindest dort dein Instagram-Konto. Auf Instagram fügst du deinen Pinterest-Link oder einen Link zu deiner Website in die Bio ein.

Was ist besser, Pinterest oder Instagram?

Das hängt von deinem Ziel ab. Instagram ist besser für Nähe und Community, Pinterest für Website-Besucherinnen und langfristige Sichtbarkeit. Für die meisten Selbstständigen lohnt sich die Kombination aus beiden.

Kann ich denselben Content auf Pinterest und Instagram verwenden?

Ja, aber angepasst: im Hochformat, mit Suchbegriffen in Titel und Beschreibung und mit Link auf deine Website. Persönliche Updates und zeitlich begrenzte Aktionen eignen sich für Pinterest weniger.

Kann ich Reels auf Pinterest posten?

Ja, als Video Pins. Lade am besten die Originaldatei ohne Instagram-Wasserzeichen hoch und ergänze Titel, Beschreibung und einen Link zu deiner Website.

Darf ich Bilder von Pinterest auf Instagram posten?

In der Regel nicht ohne Erlaubnis. Die Bilder gehören ihren Urheberinnen. Nutze eigene oder lizenzierte Bilder oder frag um Erlaubnis.

Soll ich meine Pins auf mein Instagram-Profil verlinken?

Nein. Verlinke Pins immer auf deine Website. Von dort aus können Besucherinnen dir auf Instagram folgen, sich für den Newsletter anmelden oder buchen.

3 Meinungen zu “Pinterest & Instagram verknüpfen: So nutzt du beide richtig”

  1. Pingback: Instagram Reichweite auf Pinterest erhöhen - Ohne Pins!

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