Du willst mit Pinterest starten, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? In dieser Pinterest Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du dein Konto einrichtest, deine ersten Pinnwände anlegst und deinen ersten Pin veröffentlichst, so dass er auch gefunden wird.

Vorab das Wichtigste: Pinterest funktioniert anders als Instagram. Wenn du das einmal verstanden hast, wird alles andere viel einfacher.

Was ist Pinterest und wie funktioniert es?

Pinterest ist eine visuelle Suchmaschine. Menschen kommen auf Pinterest, um nach Ideen und Lösungen zu suchen: ein Rezept, ein Outfit, eine Yoga-Routine, Tipps für ihr Business. Sie tippen einen Suchbegriff ein und bekommen passende Pins angezeigt, egal wem sie folgen.

Für dich heißt das: Deine Inhalte werden über Suchbegriffe gefunden, nicht über deine Followerzahl. Und ein guter Pin wird oft noch Monate nach dem Veröffentlichen angezeigt, während ein Instagram-Post nach ein, zwei Tagen kaum noch sichtbar ist.

Ist Pinterest ein soziales Netzwerk?

Teilweise. Du kannst anderen folgen, Pins speichern und kommentieren, deshalb wird Pinterest oft zu den sozialen Netzwerken gezählt. Die meisten Nutzerinnen verwenden Pinterest aber wie eine Suchmaschine: Sie suchen, speichern und klicken weiter auf Websites. Genau deshalb ist Pinterest für Selbstständige so interessant.

Was zeigt mir die Pinterest Startseite?

Wenn du Pinterest öffnest, siehst du deine Startseite, den sogenannten Home-Feed. Dort zeigt dir Pinterest Pins, die zu deinen bisherigen Suchen, gespeicherten Pins und den Konten passen, denen du folgst. Je mehr du suchst und speicherst, desto genauer wird deine Startseite. Für dein Business ist allerdings wichtiger, was andere sehen, wenn sie nach deinem Thema suchen.

Pinterest-Begriffe kurz erklärt

Bevor es losgeht, die wichtigsten Begriffe, die dir in dieser Anleitung und auf Pinterest immer wieder begegnen:

  • Pin: ein einzelner Beitrag auf Pinterest, meist ein Bild im Hochformat mit Titel, Beschreibung und Link. Klickt jemand darauf, landet er auf der verlinkten Website.
  • Pinnwand: eine Sammlung von Pins zu einem Thema, wie ein Ordner. Du kannst eigene Pins und Pins von anderen darin speichern.
  • Abschnitt: ein Unterordner innerhalb einer Pinnwand, zum Beispiel „Morgenroutine“ in der Pinnwand „Yoga für Anfängerinnen“.
  • Merken: So heißt das Speichern eines Pins auf einer Pinnwand. Je öfter ein Pin gemerkt wird, desto häufiger zeigt Pinterest ihn anderen.
  • Rich Pin: ein Pin, der automatisch zusätzliche Infos von deiner Website übernimmt, etwa den Titel und die Beschreibung deines Blogartikels.
  • Video Pin: ein Pin mit kurzem Video statt Bild. Er fällt im Feed besonders auf.
  • Home-Feed: deine persönliche Startseite mit Pins, die Pinterest für dich auswählt.
  • Impressionen: wie oft dein Pin angezeigt wurde. Ausgehende Klicks: wie oft jemand von deinem Pin auf deine Website geklickt hat. Diese Zahl ist für dein Business die wichtigste.

Warum sich Pinterest für dein Business lohnt

  • Dauerhafte Sichtbarkeit: Pins werden oft über Monate gefunden, ohne dass du nachlegen musst.
  • Klicks auf deine Website: Anders als auf Instagram führen Pins direkt auf deine Seiten, zu deinem Blog, deinem Angebot oder deinem Newsletter.
  • Menschen mit Absicht: Wer auf Pinterest sucht, plant oft gerade etwas und ist offen für Lösungen.
  • Kein täglicher Posting-Druck: Ein fester Rhythmus mit einigen Pins pro Woche reicht, und die kannst du vorplanen.
  • Kostenlos: Pinterest kostet nichts. Werbeanzeigen sind möglich, aber kein Muss.

Pinterest Anleitung: Schritt für Schritt starten

Schritt 1: Unternehmenskonto erstellen

Für dein Business brauchst du ein kostenloses Unternehmenskonto. Nur damit siehst du deine Statistiken, kannst deine Website bestätigen und später Anzeigen schalten. Du kannst ein neues Unternehmenskonto anlegen oder dein privates Konto in den Einstellungen umwandeln, ohne Pins oder Follower zu verlieren.

Nimm dafür eine E-Mail-Adresse, die du langfristig nutzt. Wie das genau geht, zeige ich dir in Pinterest Unternehmenskonto erstellen.

Wichtig, wenn du Pinterest geschäftlich nutzt: Dein Profil braucht ein Impressum. Was dort hinein muss und wo du es einträgst, steht in Pinterest Impressum einfügen.

Schritt 2: Dein Profil einrichten

Dein Profil sagt Pinterest und deinen Besucherinnen, worum es bei dir geht.

  • Name: Dein Name plus dein Thema, zum Beispiel „Anna Weber | Yoga für den Rücken“.
  • Beschreibung: Zwei bis drei Sätze, wem du hilfst und womit. Bau dabei die Begriffe ein, nach denen deine Zielgruppe sucht.
  • Profilbild: Ein klares Foto von dir oder dein Logo.

Mehr dazu, wie du dein Profil so aufbaust, dass es gefunden wird, liest du in Pinterest Profil optimieren.

Schritt 3: Website bestätigen und Rich Pins nutzen

Bestätige deine Website in den Einstellungen unter „Beanspruchte Konten“. Pinterest gibt dir dafür einen kurzen Code, den du auf deiner Website einfügst, in WordPress zum Beispiel über Rank Math oder Yoast. Danach zeigt Pinterest deinen Namen bei allen Pins an, die auf deine Seite führen, und du siehst in deinen Statistiken, wie oft deine Inhalte gespeichert werden. Eine ausführliche Anleitung findest du in Website auf Pinterest verifizieren.

Mit bestätigter Website kannst du auch Rich Pins nutzen. Das sind Pins, die automatisch zusätzliche Informationen von deiner Website übernehmen, zum Beispiel den Titel und die Beschreibung deines Blogartikels. Voraussetzung sind die passenden Metadaten auf deiner Seite. SEO-Plugins wie Rank Math oder Yoast liefern sie in der Regel schon mit.

Schritt 4: Pinnwände anlegen

Pinnwände sind die Ordner, in denen deine Pins liegen. Leg zum Start fünf bis zehn Pinnwände zu deinen Kernthemen an.

  • Klare Namen statt kreativer Titel: „Yoga Übungen für den Rücken“ statt „Mein Lieblingsflow“.
  • Kurze Beschreibung: Zwei Sätze mit den Begriffen, nach denen gesucht wird.
  • Lieber wenige, gut gefüllte Pinnwände als viele halbleere.

Innerhalb einer Pinnwand kannst du später noch Abschnitte anlegen. Wie das geht, zeige ich dir in Pinterest Ordner erstellen.

Schritt 5: Deinen ersten Pin erstellen

Ein guter Pin ist hochformatig, klar und hat eine Aussage, die man sofort versteht.

  • Format: 1000 × 1500 Pixel (Seitenverhältnis 2:3).
  • Bild: ein ruhiges, helles Foto oder eine schlichte Grafik.
  • Text auf dem Bild: wenige, gut lesbare Worte, zum Beispiel der Titel deines Blogartikels.
  • Link: immer auf die passende Seite deiner Website.

Am einfachsten gestaltest du Pins mit Canva. Meine Tipps dazu stehen in Pinterest Pins gestalten, und wie du Video Pins machst, in Canva Video Pins erstellen.

Schritt 6: Titel und Beschreibung schreiben

Hier entscheidet sich, ob dein Pin gefunden wird. Tipp ein Stichwort aus deinem Thema in die Pinterest-Suche und schau dir die Vorschläge an. Das sind echte Suchanfragen. Nimm die passenden davon für Titel und Beschreibung.

  • Titel: kurz und klar, mit dem wichtigsten Suchbegriff vorn.
  • Beschreibung: zwei bis drei natürliche Sätze, die erklären, was die Leserin auf deiner Seite findet. Keine Aneinanderreihung von Hashtags.

Ein Beispiel:

Titel: Yoga für den unteren Rücken: 5 Übungen für jeden Tag
Beschreibung: Diese fünf sanften Yoga-Übungen entlasten deinen unteren Rücken und passen in jede Mittagspause. Mit Anleitung für Anfängerinnen und Varianten, wenn dir eine Haltung schwerfällt.

Schritt 7: Regelmäßig pinnen und auswerten

Pinterest belohnt Regelmäßigkeit mehr als Masse. Ein Rhythmus von einigen neuen Pins pro Woche ist besser als zwanzig auf einmal und dann einen Monat nichts. Du kannst Pins direkt in Pinterest vorplanen.

Schau einmal im Monat in deine Statistiken: Welche Pins werden gespeichert, welche geklickt? Mach mehr von dem, was funktioniert. Was die einzelnen Zahlen bedeuten, erkläre ich in Pinterest Analytics verstehen.

Diese Tools brauchst du für den Start

Für den Anfang reichen dir wenige, meist kostenlose Werkzeuge:

  • Canva: zum Gestalten deiner Pins. Es gibt fertige Vorlagen im Pinterest-Format, und die kostenlose Version reicht für den Start völlig.
  • Die Planungsfunktion von Pinterest: Beim Erstellen eines Pins kannst du direkt ein Veröffentlichungsdatum wählen. So bereitest du an einem Nachmittag Pins für die nächsten Wochen vor.
  • Pinterest Trends: Unter trends.pinterest.com siehst du, wann bestimmte Begriffe besonders oft gesucht werden. Ideal, um saisonale Themen rechtzeitig zu planen, zum Beispiel Weihnachten, Neujahrsvorsätze oder Sommerurlaub.
  • Die Pinterest-Suche selbst: Die Vorschläge, die beim Tippen erscheinen, sind dein einfachstes Keyword-Tool.
  • Pinterest Statistiken: In deinem Unternehmenskonto siehst du, welche Pins funktionieren.
  • Optional Tailwind: ein kostenpflichtiges Planungstool mit zusätzlichen Auswertungen. Es lohnt sich erst, wenn du regelmäßig viele Pins veröffentlichst. Für den Start brauchst du es nicht.

Pinterest für Coaches und Online Business

Wenn du keine Produkte verkaufst, sondern Kurse, Coachings oder Dienstleistungen, funktioniert Pinterest etwas anders. Niemand sucht nach „Coaching bei Anna“. Gesucht werden Lösungen für ein Problem: „Rückenschmerzen im Büro“, „Selbstständig machen als Yogalehrerin“, „Abendroutine zum Abschalten“.

Darauf solltest du achten:

  • Verlinke auf Inhalte, nicht direkt auf dein Angebot. Ein Pin, der auf einen hilfreichen Blogartikel führt, wird viel öfter geklickt als einer, der direkt auf deine Buchungsseite geht. Im Artikel kannst du dann auf dein Angebot verweisen.
  • Nutze Freebies als Brücke. Eine Checkliste oder ein kurzer Guide zum Herunterladen bringt dir Newsletter-Anmeldungen. Über den Newsletter wird aus einer Besucherin eine Kundin.
  • Zeig dein Wissen, nicht nur dich. Pins mit konkreten Tipps, Schritten oder Checklisten funktionieren besser als Porträtfotos oder Zitate.
  • Denk in Wochen und Monaten. Bis aus einem Pin eine Buchung wird, vergeht oft Zeit. Dafür kommen über Pinterest Menschen, die dich wirklich gesucht haben.

Wie Pinterest mit Website, Newsletter und anderen Kanälen zusammenspielt, erkläre ich im Artikel Omnipräsenz Marketing. Und wenn du Pinterest lieber abgibst, findest du unter Pinterest Marketing meine Unterstützung.

Die häufigsten Fehler von Pinterest-Anfängerinnen

  • Pinterest wie Instagram behandeln: Selfies und „Mein Tag heute“ werden auf Pinterest nicht gesucht. Denk in Fragen und Lösungen.
  • Keine Suchbegriffe: Pins ohne passenden Titel und Beschreibung findet niemand.
  • Pins ohne Link: Jeder eigene Pin sollte auf eine passende Seite deiner Website führen.
  • Zu früh aufgeben: Erste spürbare Ergebnisse siehst du meist nach drei bis sechs Monaten.
  • Querformat-Bilder: Sie werden im Feed klein angezeigt und gehen unter.
  • Kein Impressum im Profil: Wer Pinterest geschäftlich nutzt, braucht eines.

Wenn trotzdem mal etwas schiefgeht: Was du tun kannst, wenn dein Konto gesperrt wird, liest du in Pinterest Konto gesperrt, und wie du alte Pins aufräumst, in Pins löschen.

Wie geht es nach dem Start weiter?

Wenn dein Konto steht und die ersten Pins online sind, kommt der Teil, der Reichweite bringt:

Fazit

Mit Pinterest zu starten ist einfacher, als es aussieht: Unternehmenskonto anlegen, Profil einrichten, Website bestätigen, ein paar klare Pinnwände anlegen und regelmäßig Pins mit guten Titeln und Beschreibungen veröffentlichen. Wenn du das einige Monate durchziehst, baust du dir einen Kanal auf, der dir auch dann Besucherinnen bringt, wenn du gerade keine Zeit für Social Media hast.

Du willst nicht alles allein herausfinden? In meinem Onlinekurs Start Pinning baust du deinen Pinterest Account Schritt für Schritt auf. Und mit der kostenlosen Pinterest Starter Checkliste hast du alle Schritte auf einen Blick.

Pinterest

Häufige Fragen

Wie starte ich als Anfängerin mit Pinterest?

Erstelle einen kostenlosen Business-Account, optimiere dein Profil mit Keywords, verifiziere deine Website, erstelle 8–12 thematische Boards mit klaren Beschreibungen und beginne regelmäßig zu pinnen (5–15 Pins pro Woche). Mit diesem Fundament startest du von Anfang an strategisch richtig.

Was brauche ich, um mit Pinterest anzufangen?

Du brauchst einen kostenlosen Pinterest Business Account, ein Design-Tool für Pins (Canva reicht), eine Website oder einen Blog zum Verlinken und Grundkenntnisse in Keyword-Recherche (Pinterest-Suchleiste reicht als Einstieg). Mehr braucht es für den Start nicht.

Wie lange dauert es, bis ich auf Pinterest Ergebnisse sehe?

Erste messbare Ergebnisse (Impressionen, erste Klicks) zeigen sich meist nach 4–8 Wochen konsistenter Aktivität. Signifikantes Traffic-Wachstum entsteht nach 3–6 Monaten. Pinterest ist ein Langzeitkanal – wer Geduld hat und dranbleibt, wird mit stetig wachsendem organischen Traffic belohnt.

Wie viele Pins sollte ich als Anfängerin pro Woche veröffentlichen?

Starte mit 5 Pins pro Woche – das ist machbar und nachhaltig. Nach 4–6 Wochen kannst du auf 10–15 Pins steigern. Wichtiger als die genaue Zahl ist Konsistenz: Wöchentliches Pinnen über Monate hinweg schlägt jeden sporadischen Posting-Schub.

Brauche ich viele Follower, um auf Pinterest erfolgreich zu sein?

Nein – Follower spielen auf Pinterest eine untergeordnete Rolle. Da Pinterest eine Suchmaschine ist, werden deine Pins über Keywords gefunden. Accounts mit wenigen hundert Followern können durch gute SEO-Optimierung hunderttausende monatliche Impressionen erreichen. (Weiterführend: Pinterest for Business)

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